Im Schatten des mörderischen Vaters
Warum kehren autoritäre Strukturen selbst dann wieder, wenn ein Herrscher gestürzt und eine alte Ordnung überwunden scheint?
Im Schatten des mörderischen Vaters untersucht die inneren Voraussetzungen von Gehorsam, Unterwerfung, Scham und Rache. Ausgehend von psychoanalytischen Erfahrungen, persönlichen Beobachtungen und Motiven aus dem iranischen Kulturraum beschreibt Abdolreza Azhdari eine Vaterfigur, die nicht schützt und begrenzt, sondern Eigenständigkeit als Bedrohung erlebt. Für diese zerstörerische Autoritätsstruktur entwickelt er den Begriff Pater Mortifer.
Das Buch verfolgt ihre Spuren in der Familie, in partnerschaftlichen Beziehungen, in Mythen des Schahnameh, in der Geschlechterordnung sowie in Staat, Krieg, Märtyrerkult und Revolution. Dabei geht es nicht um eine pauschale Beschreibung iranischer Menschen oder Familien. Im Mittelpunkt steht vielmehr eine psychische und politische Struktur, die auch über den iranischen Kontext hinaus bedeutsam ist: Der äußere Vater kann verschwinden, während seine Stimme im Inneren weiterlebt.
Dem Pater Mortifer stellt das Buch den Pater Lex gegenüber: kein neuer mächtiger Vater, sondern ein Gesetz, das über jeder Person steht und auch die Autorität selbst begrenzt. Erst wo Schuld anerkannt, Verantwortung übernommen und Trauer zugelassen werden kann, lässt sich der Kreislauf aus Angst, Rache und erneuter Herrschaft unterbrechen.
Ein eindringliches Buch über die seelischen Folgen autoritärer Macht und über die Frage, wie aus Unterwerfung Verantwortung, aus Rache Recht und aus dem Schatten des Vaters ein inneres Gesetz entstehen kann.
Das Buch erscheint später. Bis dahin ist es hier als Hörfassung zugänglich.
Hörfassung frei zugänglich.
Persische Ausgabe: در سایهٔ پدر مرگآور


